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Auszüge aus der Geschichte der Brienitzer Schulen
Die erste Überlieferung einer Schule, d.h. Unterrichtung der Kinder in
Lesen, Religion, Schreiben, Rechnen und Singen ist datiert aus dem Jahre
1511 in Verbindung mit der Kirche in Briesnitz. Die Briesnitzer Kirche
wird 1032 das erste Mal erwähnt, es ist Dresdens älteste Kirche nach
einer Urkunde von 1273.
Mit der Gründung der Burg Meißen im Jahre 929 durch König Heinrich I.
gelangte der slawische Burgwall in Briesnitz unter die Macht der
Wettinischen Markgrafen und der Bischöfe zu Meißen. Zwischen dem
Meißner Bischof Benno und dem slawischen Grundherrn Bor wurde im Jahre
1071 ein Tauschvertrag abgeschlossen, in dem Dörfer im Burgwartsbezirk
,,Bresnice" erwähnt werden.
Das von den
Germanen besiedelte Gebiet zwischen Meißen und Pirna war der Gau Nisan.
1206 wurde eine Befestigungsanlage am Taschenberg Dresden als Stadt
bezeichnet. Briesnitz als Ort mit Kirche, Burg und Bennogut entwickelte
sich als selbstständiger Ort am Rande der Stadt Dresden.
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Sachsens ältestes Schulgebäude an der Alten Meißner Landstraße Nr. 67
(jetzt Wohnhaus)
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Mit Festigung der deutschen Herrschaft im Elbraum verlor der Burgwart
Briesnitz im 13. Jh. seine militärische Funktion, wurde jedoch 1269
Sitz eines Archidiakons (kirchlicher Würdenträger) und eines
bischöflichen Gerichts. Die um 1100 entstandene Kirche mit ihrer Schule
wurde noch bis ins 19. Jh. von den Bewohnern der umliegenden Dörfer
besucht. Mit der Reformation endete die Herrschaft des Bischofs von
Meißen in Briesnitz. Erst durch die in diesem Zusammenhang erfolgte
Auflösung der beiden bestehenden bischöflichen Vorwerke 1559 konnte
sich der Ort zum Bauerndorf entwickeln und unterstand nun dem Amt
Dresden.In den Aufzeichnungen zum Schulwesen in Briesnitz (abgeleitet aus dem slawischen
"breza" Birke)
wird erwähnt, dass am 25. Februar 1602 durch Blitzschlag die Kirche und das daneben
liegende Schulgebäude abbrannten.
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Der Kirchendiener auch Kantor, Küster und Glöckner, war bis in das 19. Jahrhundert
gleichzeitig der Ortsschulmeister. 1695 spricht man von einem Schulneubau an der Meißner Landstraße unterhalb der Kirche.
Die Schule besuchten auch die Kinder aus den Dörfern Cotta, Löbtau, Wölfnitz, Leutewitz,
Gorbitz und weiteren umliegenden Ortschaften. Im Schulgebäude befanden sich 2 Schulstuben
und die Wohnung des Lehrers, daneben standen Schuppen, Ställe und ein Brunnen.
Aus dem Kirchenvermögen wurden 100 Gulden für den Schulneubau beigesteuert,
er soll Sachsens ältestes Schulhaus sein.
Im Siebenjährigen Krieg (1756-1763) litt Briesnitz unter besonders großer Not, wie Martin Pietsch 1759 schreibt: "Dazu hat Gott das Land - neben Krieg - durch die Viehseuche heimgesucht. Es bleibt dem armen Landmann (Bauern) nichts übrig als die Luft zu geniesen und ein kümmerlich Leben, kein Vieh, die Gebäude eingerissen, die Obstbäume umgehauen und ruiniert, dass wir nicht wissen, wo wir mit unseren Kindern bleiben sollen."
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1789 gehörten zu Briesnitz u.a. die eingepfarrten Orte: Cossebaude,
Gohlis, Löbtau, Podemus, Gorbitz und Pennrich. Diese Gemeinden erhielten vom Briesnitzer Pfarrer die Genehmigung eigene Kinderlehrer in ihren Gemeinden einzusetzen.
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Im 1826 aufgestellten Inventarverzeichnis der Schule für den Unterricht werden u.a. aufgeführt:
1. Langens Biblische Geschichte
2. Langhausens Katechetische Geschichte
3. Conrads Schulgebete
4. Junkers Rechentafeln
5. Dinters Rechentafeln
6. Ein Globus und 4 Landkarten für den Erdkundeunterricht.
Im Jahre 1875 besuchten ca. 180 Kinder aus Briesnitz die Schule, die o.g. Orte hatten
inzwischen eigene Schulen. 1880 fand die Weihe des Schulneubaues an der Merbitzer Straße
statt, d.h. der Mittelbau der jetzigen Grundschule. 1888 gingen 230 Briesnitzer Kinder in
die neue Schule, die aber nur mit 2 Klassenzimmern und der Lehrerwohnung ausgestattet war.
Eine erste Schulerweiterung zur Merbitzer Straße wurde notwendig. Bereits 1898 erfolgte ein
weiterer Anbau zur Gartenseite, Schulberg, so wie wir die Schule heute kennen. Immerhin
besuchten 1900 schon 627 Kinder in 16 Klassen die Schule, deshalb war man verpflichtet,
einen Schuldirektor einzustellen.
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Am 23. August 1903 wurde die Turnhalle eingeweiht, der Anbau mit Umkleide- und Sanitärräumen
kam erst 1975 hinzu.
Als 1907 die Kinderzahl weiter stieg, wurde ein neues Schulgebäude mit 7 Klassenzimmern,
Zeichensaal und Kochlehrküche am 10.Mai 1909 eingeweiht.
1995 erfolgte eine Erweiterung dieses Schulgebäudes am Schulberg in Richtung zum Schulgarten,
dahinter befindet sich seit 1927 der Schulsportplatz.
1921 wurde Briesnitz zu Dresden eingemeindet, der Schulkomplex erhielt die Nr. 76 und wird heute
als Grundschule an der Merbitzer Straße und als Mittelschule am Schulberg genutzt.
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Turnhalle mit Anbau;
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Mittelschule
links vom Eingang "Altbau von 1908”
rechts „Erweiterungsbau“ von 1996
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Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 wurden eine Reihe
von Lehrern u.a. Herr Böttcher und Herr Liebert an andere Schulen
versetzt. Der Schulleiter Herr Scheinfuss wurde seines Amtes enthoben.
Während des Krieges wurde die Schule für verschiedene Zwecke genutzt,
zuletzt als Lager für italienische Kriegsgefangene.
1949 -1951 wurde im Zschonergrund ein Naturlehrpfad mit ca. 200
Hinweisschildern von Lehrern der Schule angelegt.
In den 50er und 60er Jahren gab es ein Lehrerorchester und einen
bekannten Pionierchor die "Briesnitzer Spatzen". Die
Pionierfreundschaft trug den Namen: Max Seydewitz. Aus dieser Zeit stammt
auch ein Film, der damals über und mit den Briesnitzer Schülern gedreht
wurde. In dem Gebäude der jetzigen Mittelschule wurde in der zweiten
Etage eine Aula mit Bühne eingerichtet.
Das Lehrerfoto zeigt das Kollegium von 1956 vor dem Gebäude der jetzigen
Grundschule.
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Zu sehen sind u.a.: Günther Krause, Ingeborg Stübner, Renate Weber,
Frl. Böttcher, Frl. Schneider, Ursula Wollmann, Erika Kahlert, Manfred
Dölitzsch, Jutta Kreher, G. Hausmann, Direktor Hilmar Hauke, Ernst
Knorr, Hans Schelter, Klaus Heilbock, Gisela Jünige, Frau Kriegel,
Hermann Lemme , Hilde Rümmler, H. Kolitsch, Gerhard Ahrendholz und
Walter Schlott
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Ab 1969 hieß die Schule offiziell "76. Polytechnische Oberschule
Dresden". Die beiden Schulgebäude wurden als Haus A und Haus B
bezeichnet. Der Unterricht an der Schule begann am Montagmorgen und
endete am Samstag in der Mittagszeit.
Der polytechnische Unterricht fand im Polytechnischen Zentrum des RAW
(Reichsbahnausbesserungswerkes) Dresden und später in den 80er Jahren im
PTZ des WBK (Wohnungsbaukombinates) Dresden am Lehmberg statt.
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Von 1960 bis 1980 war die Briesnitzer Schule Trainingszentrum für
Volleyball.
Bereits in den 60er Jahren mussten die Lehrer sich mit für die
militärische Nachwuchsgewinnung einsetzen. Das Fach Wehrerziehung und
das Fach Staatsbürgerkunde wurde nach der Wende 1990 als erstes
abgeschafft.
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